Von Kreativität und der Freude sich auszuprobieren: SewSimple

Unsere Kund:innen schreiben spannende Erfolgsgeschichten. Egal ob KMU oder Einzelunternehmer:in – jede und jeder auf eine ganz eigene Weise. Beispiel gefällig? Sabine Schmidt von SewSimple. Seit sechs Jahren bloggt Sabine sehr erfolgreich zum Thema Nähen, entwickelt eigene Schnittmuster und bietet Schritt-für-Schritt Anleitungen und YouTube-Tutorials. Mit ihrer authentischen und direkten Art hat sie eine große und treue Leserschaft und viele Follower zum Beispiel bei Instagram gewonnen. a&o betreut SewSimple im Bereich Webentwicklung. Wir haben Sabine spontan die Fragen zu diesem Interview zugeschickt und die Antworten haben nicht lange auf sich warten lassen.

Sabine, was begeistert dich am Nähen?

Dass ich jeden Tag etwas dazu lernen und dabei meine Kreativität so richtig feiern kann. 🙂

Warum hast du dich damals entschieden zu bloggen?

Ich habe viele Jahre im schreibenden und sprechenden Gewerbe gearbeitet. Sprich: bei Magazinen und beim Radio. Gerade wenn man fürs Sprechen schreibt, lernt man, komplizierte Dinge auf einfache Weise zu erzählen (man ist ja nicht klug, nur weil man viele Fachbegriffe benutzt, oder?) Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich das gut kann. Und dass es mir Spaß macht, mein Näh-Wissen weiterzugeben. Was lag da näher als das auf einem Nähblog zu tun?

Sabine Schmidt von SewSimple
Sabine Schmidt von SewSimple im Interview

Hattest du vor SewSimple bereits Erfahrungen in der Content-Erstellung oder im Online-Marketing?

Mir sind solche Begriffe immer ein bisschen komisch. Aber ja, wenn du so fragst: Ich habe Texte für Magazine geschrieben. Genauso wie Texte fürs Radio. Das übt. Außerdem bin ich seit meinem 16. Lebensjahr (unter anderem Namen 😉 ) auch als freie Autorin unterwegs. Das Schreiben liegt mir im Blut, könnte man sagen.

Zum Anfang muss das ein großer Spannungsbogen für dich gewesen sein: Auf der einen Seite hast du deine Leidenschaft das Nähen und ganz viel Spaß, Wissen und Erfahrung, die du teilen konntest. Auf der anderen Seite stand die Herausforderung deine Website/deinen Blog zu erstellen, Inhalte zu schaffen, zu fotografieren, dein erstes Video zu machen … wie schwer war der Einstieg damals?

Was du Spannungsbogen nennst, war für mich ein Spaßbogen. Es hat mir unfassbar viel Freude gemacht, mich auszuprobieren. Und das ist bis heute so geblieben. Das Coole ist: Sobald ich merke, dass mir etwas leicht von der Hand geht, kann ich eine Schippe drauflegen. Was das bewirkt? Ich bin happy und meine Blogleser:innen sind es auch. Weil sie sich dadurch auf immer wieder neue, spannende Themen und Schnittmuster freuen können. 🙂

Kannst du dich noch an deinen ersten Beitrag, die erste Nähanleitung, das erste YouTube-Video erinnern?

Erst gestern hat mir eine Kollegin gesagt, dass der SewSimple-Blog so schön die Entwicklung nachzeichnet, die ich gemacht hab. Das stimmt wohl. Auf der einen Seite finde ich die alten Anleitungen ziemlich verbesserungswürdig. Auf der anderen Seite gefällt es mir aber auch, dass hier eine echte Entwicklung zu sehen ist. Mein erstes Video war übrigens eine Riesen-Sache für mich. Ich vor der Kamera? Total aufregend. Fünf Jahre später bin ich da doch etwas entspannter und merke, dass es meiner Arbeit guttut, weil ich mich mehr darauf einstellen kann, was der/die Zuschauer:in wissen möchte.

Sabine Schmidt von SewSimple bei der Arbeit

Was für Skills muss man mitbringen, um eigene Inhalte erfolgreich online zu präsentieren? Was hast du dir inzwischen an weiteren Fähigkeiten erarbeitet?

Grundsätzlich kann man alles lernen. Wenn ich das kann, dann kann es eigentlich jeder. Und es gibt so viele interessante Inhalte aus den unterschiedlichsten Bereichen, dass bestimmt für jeden ein Thema dabei ist, in dem er/sie sich als Expert:in fühlt. Wobei: Was – für mich – wirklich dabei sein muss: Persönlichkeit, Leidenschaft und Echtheit. Wenn’s jemand nur für Kohle macht, merken das die Menschen sehr schnell. Das sind aber nicht die Skills, die du meintest, oder? 😉

Rund um das Thema Nähen ist online inzwischen eine ganze Branche entstanden mit vielen Marktbegleitern:innen. Was glaubst du, was SewSimple abhebt vom Wettbewerb und was deine Nutzer:innen besonders an deiner Arbeit schätzen?

Ich kann nur erzählen, was als Feedback bei mir ankommt: Die Nähfans verstehen meine Anleitungen gut und fühlen sich dadurch abgeholt. Das baut Ängste ab und sorgt dafür, dass jede:r das geplante Projekt ohne Stress wuppen kann. Und zwar aufs Allerschönste. Wer sich bei SewSimple umschaut, soll sich wohl, sicher und aufgehoben fühlen. Nur dann kann die Kreativität so richtig sprudeln.

Viele deiner Marktbegleiter:innen sind eher klein, so wie SewSimple, und weniger große Marken wie zum Beispiel burda style. Was ist der Vorteil der Kleinen?

Vermutlich das, was alle kleinen Unternehmen auszeichnet: Die Möglichkeit, flexibel auf Kundenwünsche und Trends zu reagieren. Je größer der Laden, desto weniger geschmeidig ist der Umgang mit den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden.

Wie bist du auf den Namen SewSimple gekommen?

Den hat mein Mann erfunden.

Der Markenname SewSimple spielt auf wunderbare Weise mit der doppelten Bedeutung, die sich aus der Aussprache ergibt – fällt das deutschsprachigen Kund:innen auf?

Du meinst, weil das Sew wie „so“ ausgesprochen wird? Ich glaube, das fällt nicht allen auf. Ist mir aber nicht so wichtig. Hauptsache, Leute besuchen mich gern auf dem Blog um die Infos und Schnittmuster zu finden, die sie interessieren. Meine Leser:innen sind die Hauptpersonen. Nicht ich.

Begegnen dir eigentlich Vorurteile wie „Nähen ist altmodisch und uncool“?

Nö.

Und dann gibt es vielleicht auch noch Geschlechterklischees: Nähen ist nur etwas für Frauen. Weißt du, wie groß der Anteil an Männern bei deinen Leser:innen ist? Und haben Männer andere Fragen zum Thema, eine andere Herangehensweise?

Es gibt durchaus Männer, die bei SewSimple unterwegs sind. Auch wenn wirklich mehr Frauen an dem Thema dran sind. Die Fragen, die Männer auf dem Blog stellen, drehen sich oft eher um bestimmte Materialien oder Verarbeitungstechniken.

Wie wichtig ist der tägliche Kontakt mit deinen Leser:innen, das Beantworten von Mails und Kommentaren? Wieviel Inspiration für deine Arbeit kriegst du von den Nutzer:innen?

Sehr, sehr wichtig. Leider kann ich nicht mehr jede Frage ausführlich beantworten. Das ist schade, liegt aber einfach daran, dass ich jeden Tag viele, viele E-Mails bekomme. Wenn ich merke, dass sich ein Thema besonders in den Vordergrund drängt und immer wieder nachgefragt wird, mache ich daraus einen Blogbeitrag, von dem viele Leser:innen profitieren können. Die Rückmeldung meiner Leser:innen ist tatsächlich was ganz Grundlegendes für mich. Und zeigt mir täglich, ob ich auf der richtigen Spur bin oder nicht. Ich möchte ja nicht am tatsächlichen Bedarf vorbei schreiben.

Wie entwickelst du kreative Ideen für die nächsten Themen oder ihre Umsetzung? Nutzt du spezielle Tools oder Methoden?

Meinst du so was wie ein Ouija-Brett? 😉 Oft genügt es schon, einen Moment innezuhalten und aus dem Fenster zu schauen. Die besten Ideen kommen mir nicht, wenn ich krampfhaft versuche, welche zu entwickeln (was ich praktisch nie tue), sondern wenn ich mich entspanne und meiner Fantasie den Raum gebe, den sie braucht.

Was sind deine Ideen für die Zukunft und wie siehst du SewSimple in fünf Jahren?

Wenn alles gut läuft: Immer noch gern gelesen. Und jedes Jahr mindestens ein neues SewSimple-Nähbuch, biddeschön. 😉

Vielen Dank für das Interview, Sabine.